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Das Karolingische Sakramentar
Ein karolingisches Fragment in Gold und Silber
Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. Vindob. 958, Nordfrankreich, um 870

CODICES SELECTI, Vol. XXV

Ausstattung

weitere Bilder

 

Das Karolingische Sakramentar gehört zu den "Cimelien", d. h. zu den besonders wertvollen Handschriften der Österreichischen Nationalbibliothek, wie aus dem Zusatz „C“ der alten Signatur Theol. C. 992 hervorgeht. Es ist ein kalligraphisches Meisterwerk, das in der Abtei Saint-Amand in Nordfrankreich entstanden ist.
Ungewiss ist allerdings, wer der Auftraggeber dieser Handschrift war. Doch lässt die Pracht und Sorgfalt der Ausführung erkennen, dass sie für eine angesehene Kirche oder für einen Kirchenfürsten bestimmt war. Zahlreiche Zusätze und Glossen am Rand der Seiten und teilweise auch zwischen den Zeilen weisen darauf hin, dass diese kostbare Handschrift häufig in Gebrauch war. Diese Notizen vermitteln uns ein lebendiges Bild des Denkens dieser Zeit.

Ein kostbares Kleinod für den liturgischen Gebrauch

In der Literatur wird diese Handschrift meist als „Sakramentarfragment“ bezeichnet, da hier einige wesentliche Teile, die ein Sakramentar vollständig machen, fehlen. Auf wenigen Seiten enthält unser Codex den außerordentlich schön geschriebenen Text des Canon missae und zwei Seiten mit dem Text der Subdiakonatsweihe, dem nur einige Worte vom Anfang fehlen. Daraus könnte man auch schließen, dass es sich bei diesen künstlerisch ausgestatteten Blättern, die später in einen kostbaren Einband aus Goldbrokatstoff gebunden wurden, um ein kleines Büchlein mit Gebeten und Weiheformeln für den Gebrauch eines Bischofs gehandelt hat.

Ein kalligraphisches Kunstwerk

Die Texte sind in verschiedenen Schriftarten von mehreren Künstlern ausgeführt worden, wobei der Canon durch die Verwendung von Goldschrift besonders hervorgehoben wird. Der Text der Subdiakonatsweihe und ein Teil des Canontextes sind in sehr gleichmäßigen karolingischen Minuskeln geschrieben, die roten Überschriften auf fol. 1r–v in Capitalis rustica. Der Großteil des Canontextes ist von einem Kalligraphen in feierlicher Unziale ausgeführt.
Auch die zahlreichen Ergänzungen und Glossen am Rand und zwischen den Zeilen zeugen von der Mannigfaltigkeit der Kalligraphie und geben uns einen tieferen Einblick in das geschichtliche Umfeld der Handschrift. Die Neumen, die auf manchen Seiten über den Zeilen eingetragen sind, dienten dem Benutzer als Gedächtnisstütze für die Melodie.

Der künstlerische Schmuck

Die Seiten, die den Text des Canons enthalten, sind von rechteckigen Zierrahmen umgeben, deren Leisten mit dichtverschlungenem Flechtwerk in verschiedenen Mustern ausgefüllt sind. Während die Flechtwerkmuster von Seite zu Seite variieren, sind die Eckstücke auf jedem Seitenpaar gleich gestaltet. Diese sind auf fol. 5v–6r besonders phantasievoll ausgeführt, indem die Silberbänder, die durch die Goldleisten des Rahmens durchgeflochten erscheinen, an einem Ende zu Tierköpfen werden, deren Schnäbel in die Goldleiste beißen.
Auf zwei Seiten steht jeweils an prominenter Stelle (fol. 4r: Vere [dignum et iustum] und fol. 5v: Te [igitur clementissime pater]) als Text jeweils nur ein einziges Wort in kunstvoller Stilisierung. Die Buchstaben sind aus Goldleisten geformt, zwischen denen kunstvolles Flechtwerk erscheint. Feine Linien von farbigen Punkten säumen nicht nur die Schäfte der Buchstaben, sondern bilden auch auf den freien Flächen zarte Stickmuster.
Diese Verbindung von angelsächsischen Schmuckmotiven und karolingisch-fränkischer Schreibkunst begegnet uns in nur wenigen Handschriften und macht dieses Sakramentar zu einem bedeutenden Denkmal der Buchkunst.

Der Kommentarband

Der wissenschaftliche Kommentar wurde von Franz Unterkircher verfasst und enthält neben einer allgemeinen Einleitung eine Beschreibung des kodikologischen Befunds sowie der Schriften des Textes. Weiters wird die künstlerische Ausstattung sowie der Inhalt der Handschrift beschrieben. Ein Verzeichnis der ausgewählten Literatur beschließt den Kommentarband.

   
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