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Das ältere Gebetbuch Kaiser Maximilians

Ein persönliches Gebetbuch des "Letzten Ritters"

 

Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. Vindob. 1907, Brügge, nach 1486

CODICES SELECTI, Vol. XXXIX

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Wie von keiner anderen Herrscherpersönlichkeit der europäischen Geschichte sind von Maximilian I. aus allen Lebensabschnitten Bücher auf uns gekommen, die nicht nur wegen ihres Schmuckes das Interesse der Kunsthistoriker erwecken, sondern auch wegen ihres Inhaltes wichtige Dokumente zu Leben und Persönlichkeit dieses Herrschers darstellen. Das ältere Gebetbuch Maximilians nimmt darunter eine hervorragende Stellung ein, indem es ein einzigartiges Dokument der persönlichen Religiosität des Herrschers darstellt.
Der künstlerische Schmuck dieses Gebetbuches ist ein hervorragendes Beispiel der hochstehenden flämischen Miniatorenkunst. Die fünf ganzseitigen farbenprächtigen Miniaturen sind in phantasievolle Rahmen gefasst, wobei die jeweils gegenüberliegende Schriftseite ebenfalls mit einem prachtvollen Zierrahmen geschmückt ist. Aus derselben Hand wie die Vollbilder stammen die drei goldgrundierten Initialen, die aus zarten Ranken gebildet und mit kunstvollen Miniaturen gestaltet sind. Die übrigen Seiten sind mit zahlreichen einfachen Initialen verziert.
Das ältere Gebetbuch stammt aus der Zeit, in der sich Maximilian in den Niederlanden aufhielt und in der er teilweise in heftige Kämpfe um den Besitz des Landes verwickelt war. Zu dieser Zeit gab er ein Gebetbuch in Auftrag, auf dessen textliche Gestaltung er unmittelbaren Einfluss genommen hatte. An vielen Stellen weist es starke Gebrauchsspuren auf, woraus man schließen kann, dass es Maximilian lange Zeit hindurch als privates Gebetbuch für die innere Andacht eifrig benützt hat.

Ein prachtvolles Zeugnis der flämischen Buchmalerei

Der künstlerische Schmuck des Gebetbuches Maximilians stammt von einem flämischen Meister, dessen Name uns nicht bekannt ist und der in einer Werkstatt in Brügge tätig war. Die stilistisch einheitlichen Miniaturen, die den Blick des Betrachters auf sich ziehen, zeugen von der künstlerischen Perfektion des Meisters, und die breiten Zierrahmen mit den darin dargestellten Tieren und Blumen verschiedenster Art zeigen eine phantasievolle Verspieltheit.
Die schönste und beeindruckendste Miniatur stellt den jugendlichen, gekrönten Maximilian mit langem, goldblondem Haar dar (fol. 61v). Er kniet im Gebet vor dem hl. Sebastian, dem Patron der Bogenschützen, der hier als Ritter in höfischer Rüstung wiedergegeben ist. Das Wappen auf dem Baum zeigt den Adler des deutschen Königs, zu welchem Maximilian am 16. Februar 1486 gekrönt wurde.

Ein intimes Andachtsbuch eines Herrschers

Die Zusammensetzung der Texte fügt sich nicht in das im 15. Jh. übliche Schema des Stundenbuches, denn von den wesentlichen Hauptteilen fehlen das Marien- und Totenoffizium. In traditioneller Weise allerdings enthält das Gebetbuch zu Beginn einen Kalender mit der Eintragung der unbeweglichen Feste. Die darauf folgenden Gebete sind ein buntes Gemisch von Texten, die den verschiedensten Vorlagen entnommen wurden und weder liturgisch noch thematisch einem erkennbaren System verpflichtet sind.
Neben allgemeinen Gebeten finden sich auch solche mit ganz persönlicher Prägung. Zweifellos hatte Maximilian selbst die Textauswahl seines handgeschriebenen älteren Gebetbuches aufs Stärkste beeinflusst. Es war kein repräsentatives, auf Verherrlichung des Herrschers und seines Hauses angelegtes Werk, sondern ein persönlich geprägtes, intimes Andachtsbuch, das ihn durch viele Jahre begleitete.

Ein kalligraphisches Meisterwerk

Der überwiegende Teil der Texte ist von einer Hand in ausgeprägter, regelmäßiger burgundischer Bastarda geschrieben. Die nachgetragenen Gebete sind dagegen von einer oder mehreren Händen in verschiedenen Schönschreibschriften verfasst. Die Sprache ist das den Gebildeten der damaligen Zeit verständliche Latein, wenn auch Maximilian I. selbst Zeit seines Lebens nicht gerade hervorragende Lateinkenntnisse besessen haben soll.
Eine auffallende Besonderheit stellen die nachgetragenen Gebete in flämischer Sprache dar. Möglicherweise war Maximilian an deren Eintragung interessiert, um sich beim Gebet in dieser ihm vorerst noch fremden Sprache zu schulen. Er hat Flämisch wohl erst nach und nach in den Niederlanden gelernt, denn die Sprache des burgundischen Hofes war ja das Französische.

Der Kommentarband

Der Faksimile-Ausgabe ist ein ausführlicher wissenschaftlicher Kommentar von Wolfgang Hilger beigebunden. Er dient als Einführung in die Handschrift und ihre Geschichte, analysiert den kodikologischen Befund sowie die Textfolge und beschreibt schließlich eingehend den künstlerischen Schmuck.

   
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