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Gaston Phébus - Le livre de la chasse
87 Jagdszenen der französischen Gotik
Paris, Bibliothèque nationale, Ms. fr. 616, um 1405-1410

CODICES SELECTI, Vol. LIII

Ausstattung

weitere Bilder

 

Erhältlich als Band 4 der Reihe Glanzlichter der Buchkunst

Das Livre de la Chasse, zu deutsch „Buch über die Jagd“, des Gaston Phoebus ist wegen der hohen Qualität der künstlerischen Ausstattung eine der prachtvollsten Kostbarkeiten, die uns aus den Werkstätten französischer Buchmaler des Mittelalters erhalten sind. Die insgesamt 87 Miniaturen sind mit überwiegend tapetenartigen, in der Buchmalerei einmaligen Bildhintergründen – meist mit reicher Goldornamentik – versehen und führen Tiere und Szenen zur Jagd in unnachahmlicher Naturtreue und Dynamik vor.
Auch wegen des für die Geschichte der Jagd überaus bedeutsamen Textes, der in ausgezeichnetem Französisch abgefaßt ist, hat sich diese Handschrift größter Beliebtheit erfreut. Der Verfasser ist der Graf von Foix, Gaston III., genannt Phoebus (wohl wegen seiner leuchtend blonden Haare), der in den 80er Jahren des 14. Jh.s ein ausgereiftes literarisches Werk schrieb. Er war ein äußerst erfahrener Jäger, der seine Kunst vortrefflich beherrschte. Durch ihn haben wir Kenntnis von allen Gebieten der Jagd im 14. Jahrhundert.

Die prachtvollen Miniaturen

Die Miniaturen vermitteln auf künstlerisch anspruchvollstem Niveau die Tradition der Jagd. Sie sind von mehreren Künstlern in einer Pariser Werkstätte des frühen 15. Jh.s geschaffen worden. Der Gesamteindruck der Miniaturen erinnert wegen der kunstvoll gestalteten und aufwendig verzierten Bildhintergründe an Tapisserien in verkleinerter Form. Für diese Hintergrundmalereien, die viel Geduld und Genauigkeit erforderten, waren spezialisierte Handwerker zuständig.
Der Buchschmuck wurde von den Malern in zwei Phasen ausgeführt: Zunächst wurden die Figuren, die Tiere, der landschaftliche Rahmen und die verschiedenen Gegenstände gemalt. Hierbei überzeugen die Künstler nicht zuletzt durch den Realismus und die detailgetreue Darstellung sowie die Lebendigkeit der Figuren. Danach wurden die reichen Pflanzenornamente hinzugefügt. Von diesen feingliedrigen Dornblattornamenten geht ein ganz besonderer Reiz aus. Sie umranken nicht nur die Miniaturen, sondern auch die zahlreichen goldgrundierten Initialen, die in Rot und Blau gehalten sind und überall in der Handschrift verstreut den Blick des Betrachters auf sich ziehen.

Alles über die Jagd

In seinem Jagdbuch beschreibt Gaston Phoebus Charakter und Verhaltensweisen des jagdbaren Wildes. Neben Überraschendem und bisweilen Kuriosem wird der Leser über weite Passagen Vertrautes finden, Einzelheiten, die sich mit dem modernen Wissensstand und seinen eigenen Erfahrungen decken und mit ihrem Wahrheitsgehalt gleichsam eine Brücke über 600 Jahre Geistesgeschichte schlagen.
In aller Ausführlichkeit widmet sich Gaston in seinem Jagdbuch auch dem Hund, dem treuesten Gefährten des Jägers. Von seinen Eigenschaften ist die Rede, aber auch von den einzelnen Rassen und ihrem Aussehen. Ebenso finden sich Verhaltensregeln für die richtige Dressur und Pflege dieser für die Jagd wichtigen Tiere. Auch die Parforcejagd, bei der der Hund eine ganz besondere Rolle spielt, wird in sämtlichen Aspekten geschildert.

Ein gern gelesenes Werk

In einer Zeit, in der die Jagd eine so wichtige Rolle im herrschaftlichen Leben spielte, ist die starke Resonanz, die dem Jagdbuch des Gaston Phoebus beschieden war, nicht verwunderlich. Bereits kurz nach seinem Erscheinen war es ungemein beliebt. Die Popularität des Buches ging bald über die Grenzen Frankreichs hinaus und war vor allem in England besonders groß. Der Text wurde zu einem Bestseller, vielfach abgeschrieben, übersetzt, mit Illustrationen versehen und – nach Einführung des Buchdrucks – mehrfach verlegt.

Der Kommentarband

Der wissenschaftliche Kommentar wurde von den Experten M. Thomas, F. Avril und vom Duc de Brissac verfaßt. Die Transkription des französischen Textes wurde von R. und A. Bossuat vorgenommen.

   
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