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Der Rosenroman für François I. - Luxus-Ausgabe
Ein mittelalterlicher Liebesroman in erlesenen Miniaturen
New York, Pierpont Morgan Library, Ms M.948, Nordfrankreich, um 1519

CODICES SELECTI, Vol. XCVII

Ausstattung

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Erhältlich als Band 16 der Reihe Glanzlichter der Buchkunst

In seiner Epoche war der Rosenroman – ein allegorisches Epos zum Thema Liebe – eines der meistgelesenen Bücher profaner und volkssprachlicher Dichtung.

Strahlende Miniaturen der Liebe

Insgesamt 107 strahlende Miniaturen mit feinsten Goldhöhungen akzentuieren die Schwerpunkte der Erzählung und zeigen eine zarte Bildsprache. Stilistisch offenbaren die Illustrationen mit ihren Rahmenarchitekturen und den detailfreudig gestalteten Hintergründen die Abkehr von formalen mittelalterlichen Traditionen und die Hinwendung zu einem ausdrucksstarken RenaissanceStil, der selbst für die berühmte Schule von Rouen ungewöhnlich ist.
Der Text gilt in seiner Art allgemein als eine einzigartige Schöpfung der altfranzösischen Literatur und der allegorischen Dichtung überhaupt. Die Popularität des aus zwei von Guillaume de Lorris und Jean de Meung verfaßten Teilen bestehenden Werkes rührt vermutlich von der Direktheit, dem Witz und der Vielschichtigkeit der Gedankenwelt her, die in diesem Vers-
epos zum Leben erweckt wird.
Der mittelalterliche Text wurde für den Renaissancefürsten par excellence, François I, wahrscheinlich um 1519 von einem Mitglied seines Hofstaates liebevoll kopiert und von einem unbekannten Meister aus der Schule von Rouen, der die einzelnen Szenen in das ihm vertraute nordfranzösische Ambiente einbettet, außerordentlich detailreich und mit großer Erzählfreude illuminiert und ausgeschmückt.

Zur Geschichte der Handschrift

Es ist dies die letzte erhaltene Rosenroman-Handschrift überhaupt. Der äußerst gute Erhaltungszustand erscheint aufgrund der sehr wechselvollen Geschichte des Buches erstaunlich, die erst ab dem 15. 12. 1815, als es im englischen Auktionsbuchhandel auftauchte, genau nachvollzogen werden kann. Von einem unbekannten Auftraggeber bestellt, kam die Handschrift durch Schenkung in den Besitz von François I., einem kunstbegeisterten, humanistisch gebildeten, bibliophilen Mann, der von seinem Vater und Vorgänger auf dem Königsthrone Frankreichs eine großartige Bibliothek geerbt hatte. Zeit seines Lebens führte er die 290 Bücher, unter denen die vorliegende Handschrift die Nummer 38 trägt, also sehr früh in sein Exlibris aufgenommen wurde, in großen Bücherkisten auf seinen Reisen von Schloß zu Schloß mit sich.

Der faszinierende Text

Der umfangreiche Text wurde vom Höfling Girard Acarie in kalligraphischer französischer Bastarda, einer Schrift mit höchst gleichmäßigem Duktus, kopiert. Gleichzeitig wies der Kopist den Miniaturen aufgrund der 113 Verstitel, die den jeweiligen Textabschnitt inhaltlich zusammenfassen, ihre Plazierung zu. Die Ausgewogenheit von Schrift und Initialschmuck (in Pinselform gezeichnete Majuskeln auf hochgestelltem Rechteck, alternierend auf blauem und rotem Grund, bald in fedrigen, bald in floralen Formen), von Rahmenarchitektur und Miniatur ist beabsichtigt und verleiht der Handschrift eine lockere und ansprechende Struktur.
Der prächtige Bilderschmuck erfreut das Auge und macht diese Ausgabe des Rosenroman-Epos zu einer erlesenen Kostbarkeit, zu einem Bilderbuch, das auch ohne Lektüre faszinierend ist.

Der Kommentar

Der ausführliche und mit außerordentlicher Sachkenntnis verfaßte Kommentar von Margareta Friesen betrachtet die Handschrift als Kunstwerk und widmet besonderes Augenmerk dem prächtigen Miniaturenschmuck und seiner Interpretation. Stilkritische Untersuchungen und die Deutung der Rosensymbolik durch die Jahrhunderte, ob als Figuration einer Jungfrau, Mariens, der Weisheit, die der Liebende erlangt, oder als Symbol der Gnade, der Glückseligkeit, ja des himmlischen Paradieses, runden die eingehende Beschäftigung mit dem Renaissance-Werk ab.

   
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