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Der Codex Etschmiadzin - Leder-Ausgabe
Die Wurzeln des Christentums in einem Einband aus Elfenbein
Eriwan, Mashtots Matenadaran, Cod. 2374, Armenien, um 989

CODICES SELECTI, Vol. CV

Ausstattung

weitere Bilder

 

Seit 1920 beherbergt der Matenadaran in Eriwan als Dauerleihgabe des Katholikos aller Armenier eine der wertvollsten Handschriften der Welt: den nach seinem früheren Aufbewahrungsort benannten Codex Etschmiadzin.
Seine überragende Bedeutung für das Glaubensleben, für Kunst und Wissenschaft gründet auf der Einmaligkeit seiner Text und Bildüberlieferung, die uns näher an die Ursprünge des christlichen Schrifttums heranführt als vergleichbare Handschriften. So gilt der Text des im Jahre 989 im Kloster Noravank (südöstlich von Eriwan) geschriebenen Evangeliars als getreueste Kopie jener altarmenischen Bibelübersetzung, die auf das frühe 5. Jh. zurückgeht und wegen ihrer Genauigkeit und ihrer stilistischen Reinheit als die "Königin der Bibelübersetzungen" bezeichnet wird.

19 monumentale Miniaturen führen zu den Wurzeln des Christentums

Noch weiter zurück führen uns die 15 ganzseitigen Bilder, die dem biblischen Bericht als illustrierter Vorspann vorangestellt sind. In ihnen spiegelt sich in einer Ausführung des 10. Jh.s  jenes Dekorationssystem am reinsten wider, das Eusebius von Caesarea in der 1. Hälfte des 4. Jh.s für die Ausstattung eines Evangeliars entwickelt hatte und das in der Folge für alle Handschriften dieses Typus verbindlich bleiben sollte.
Den künstlerischen und spirituellen Höhepunkt des Codex Etschmiadzin bilden jedoch jene zwei Blätter, die, an Pergamentstreifen angenäht, in die letzte Lage der Handschrift eingebunden wurden. Diese beiden Folios entstammen einem Evangeliar des 6. Jh.s und tragen vier ganzseitige Festtagsbilder. Die monumental wirkenden Miniaturen stellen die ältesten Zeugen der armenischen Buchmalerei dar. Durch die Aufnahme dieser Fragmente einer 300 Jahre älteren Handschrift genoss der "neue" Codex von Anfang an eine besondere Verehrung.

Ein sensationeller Einband aus Elfenbein

Der überragenden Bedeutung des Codex Etschmiadzin trägt auch der prächtige, aus dem 6. oder 7. Jh. stammende Elfenbeineinband Rechnung, der die Handschrift seit einer Restaurierung im 12. Jh. schützt. Somit stellt dieser kostbare Codex ein Gesamtkunstwerk dar, das in seiner Bedeutung für die Kunstgeschichte unerreicht ist.


Die Faksimile-Ausgabe

Alle 464 Seiten der Handschrift im Format von 34,5 x 26 cm werden mit den 19 Miniaturen in einer Auflage von nur 250 Exemplaren originalgetreu faksimiliert. Die beiden Elfenbeintafeln aus je 5 Segmenten werden mit Hilfe eines eigens entwickelten Materials ebenfalls perfekt wiedergegeben und dienen der Ausgabe als Einband.
Der Kommentarband führt den Leser in die faszinierende Welt des frühchristlichen Armenien ein; zudem werden alle Miniaturen und die beiden Elfenbeintafeln genauestens beschrieben.

   
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