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Das Sacramentarium Leonianum
Verona, Kapitelbibliothek, Codex Veronensis LXXXV, olim 80, 

CODICES SELECTI, Vol. I

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In einem Sacramentarium waren die Gebete enthalten, die der Bischof oder der Priester bei der Messe zu sprechen hat, während die anderen Gebete, Lesungen und Hymnen anderen liturgischen Büchern zu entnehmen waren. Heute sind alle diese Teile im Missale vereinigt.
Zu den ältesten Sacramentarien zählte man früher das Sacramentarium Leonianum, das dem Anfang des 7. Jh.s entstammt. Doch eingehende Forschung legt dar, dass es eigentlich kein Sacramentarium im engeren Sinne des Wortes sein, sondern eine Zusammenstellung alter liturgischer Formulare durch private Hand.

Dieser Codex ist bald nach 600 entstanden. Ein großer Teil der Gebete geht in ihrer Formulierung sicher auf Leo den Großen (440–461) zurück. Doch dieser benützte auch ältere Vorlagen. Aber ebenso sind auch ältere Gebete der Nachfolger Leos (Hilarius, Simplicius, Felix III. und Gelasius) darin enthalten. In der Einleitung zu dieser Ausgabe bringt Prof. Sauer in knapper, aber treffender Form alles Wichtige und Wesentliche, wie Namen und Charakter des Codex, Ort und Zeit der Entstehung, Übersicht über die bisherigen Textausgaben und die Bibliographie.
Dieser zweifarbige Faksimileband, der auch dem Heiligen Vater, Johannes XXIII., in einer Privataudienz überreicht wurde und sein größtes Interesse erregte, wird nicht nur für liturgisch Interessierte, Theologen und Paläographen von großem Wert sein, sondern darüber hinaus wird er auch jedem Bibliophilen das Herz erfreuen. Es hatten ja bis jetzt nur die wenigsten die Möglichkeit, bis zum Original, bis zur Handschrift vorzustoßen.

   
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